SFR-53 The Jim Tablowski Experience / Alien TV - Split LP

Pressing info:

May 2014

300 180gramm black vinyl
168 180gramm neonorange vinyl
32 180gramm neonorange vinyl + additional 32x44cm 6c screenprint, handnumbered


Reviews:

RAZORCAKE
Plenty of junk in this punk trunk! Alien TV is four cats arguing with each other which direction to take the band—Briefs? Scared Of Chaka? Voidoids?—not realizing they’re all right and they’re all moving in the same direction. Snotty, fast SoCal punk surfing the gutters of New York. But from Dortmund, Germany. TJTE spits out ten songs, none reaching the two minute mark, with a sound—and I don’t use these comparisons lightly—between Sexy and Elmer. Add one of the oddest set of lyrics and song titles and we may just have some sort of German genius punk release. –Matt Seward (Spastic Fantastic, spasticfantastic.de)

PLASTIC BOMB
Es ist immer wieder wohltuend neue Bands auf Spastic Fantastic Records zu entdecken. Wie üblich handelt es sich um um deutsche Bands und ich frage mich immer, wo Maz von Spastic Fantastic diesen Brunnen stehen hat, aus dem die neuen guten deutschen Punk Bands immer nur so heraussprudeln? Anders kann es gar nicht sein, als dass er eine heimliche Quelle hat. Wie auch immer. ALIEN TV sind mir bislang total unbekannt, aber ich lese das zwei Leute auch bei ZUSTÄNDE (geile 7“!!!), MODERN PETS und LIBERTY MADNESS spielen. Und nun eine etwas anderes Gangart und Textsprache (englisch) als bei ihren anderen Bands. Musikalisch eher deutlich Retro-Punk mit Garagen-Kante als Hardcore-Punk. Außerdem verfügen die Songs über ein sehr ausgefeiltes Songwriting. So hören sich die sechs ALIEN TV Songs sehr kraftvoll rau melodiös an. Auf der Rückseite dann THE JIM TABLOWSKI EXPERIENCE, bei deren Songs ich mich vom ersten Song an an die DICKIES erinnert gefühlt habe, allerdings eher als Hardcore Version. Die einzelnen Songs sind sehr schön rauh und rotzig aufgenommen worden. Immerhin haben sie geschafft 10 Songs für ihre LP Seite aufzunehmen. Textlich sehr abgespact. Lesen, grinsen und den Kopfschütteln...das war mein Eindruck zu den Texten. Mein Exemplar kam auf orangem Vinyl. Helge

GERDAS TANZCAFE
Da muss der allseits informierte Maz doch glatt mal wieder selbst das Zepter in die Hand nehmen, damit überhaupt ein paar Informationen über die Mannheimer Band Alien TV durchsickern. Da der aber ohnehin regelmäßig seine Augen und Ohren in den Punkuntergrund entsendet, macht ihm das vermutlich sowieso einen höllischen Spaß, während wir somit sicher sein können, zuverlässige Informationen aus zweiter Hand zu erhalten. Demnach - und das lässt sich nunmal schwer zu eigenen Worten umstellen - mischen dort Leute von Liberty Madness und früheren Modern Pets mit, was man dem kecken (Pop-)Punk von Alien TV durchaus anhören kann. Obwohl der rotzige Gesang und der analoge Sound dann doch nicht so richtig in diese Sparte passen. Irgendwas zwischen Surferfrisuren, Garage und verdammt nochmal ansteckender Gute-Laune.
The Jim Tablowski Experience ergänzen den zuvor eröffneten Lo-Fi-Reigen um zehn (!!) weitere Tracks. Gegenüber ihren Splitpartnern, sind die drei Dortmunder für Spastic Fantastic keine unbekannten Gesichter mehr. Nicht nur, weil sich die Beteiligten nebenher noch bei anderen Labelsprossen wie NxD, Mann kackt sich in die Hose und den taufrischen Snitch a Snatch austoben. Auch auf ihrem dritten Release, das neben SFR und einigen anderen auch auf dem mittlerweile eigens gegründetem Huge Major Label zu finden ist, gibt's gewohnt locker in der Hüfte sitzenden und ausgelassenen Garage-Punk, der vor allem durch den teils extrem - nunja - spastischen Gesang an die wilden Eskapaden von MKSIDH erinnert. Nur halt - nunja - poppiger.

500 Split-LP's wurden gepresst, 200 davon auf orangenem Vinyl. Letztere gibt's auch im Mailorder-Package + 6-Farb-Siebdruck-Poster.

OX #118
THE JIM TABLOWSKI EXPERIENCE sind leider inzwischen Geschichte, denn Kool Keith musste wegen seines abgelaufenen Visums zurück nach Milwaukee. Aber vorher haben sie noch diesen Liederzyklus veröffentlicht, bei dem jedes der zehn Stücke aus der Perspektive eines anderen Lebewesens geschrieben ist – Hund, Katze, Waschbär, Bill Murray, Sittich, Saurier oder Samenflüssigkeit: „A test tube ain’t no place to call home“.
Die drei Tablowskis spielen melodischen Garage/Pop-Punk, rotzig, schön, schräg und wie frisch von der kalifornischen Highschool. Und jetzt kann man es ja verraten: der seltsame Bandname stammt aus der „Malcolm in the Middle“-Folge „Block Party“.
Apropos Fernsehen: Auf der Flipside sind ALIEN TV aus Mannheim mit Leuten von ZUSTÄNDE, LIBERTY MADNESS und MODERN PETS. Vielleicht sollten die sich mal auf eine Band konzentrieren, ihre sechs hibbeligen Punkrock-Songs wirken mir insgesamt zu unausgegoren.
Das Cover ist eine psychedelische Farbexplosion mit Eseln und das Vinyl gibt es auch im allerleuchtendstem Orange, das ich je gesehen habe und das den kleinen Aufpreis wert ist.

BIERSCHINKEN
Was ist eigentlich an The Jim Tablowski Experience so geil? Die machen doch genau das gleiche wie alle anderen Bands, die solche Musik spielen, und die meisten davon sind eher langweilig, z.B. Alien TV. Da eignet sich eine Split-LP beider Bands natürlich gut zum VERGLEICH. Das Ergebnis:
The Jim Tablowski Experience sind witzig, weil sie Lieder über Tiere, Menschen und Bill Murray schreiben.
The Jim Tablowski Experience spielen pointiert und schnell gleichermaßen und stellen dabei die wichtigen, einfachen Fragen.
The Jim Tablowski Experience sind herbe durch.
The Jim Tablowski Experience lassen es sich trotzdem gut gehen.
The Jim Tablowski Experience spielen in ihrer Freizeit Basketball oder lassen sich in Roboterkostümen von Kindern verhauen.
The Jim Tablowski Experience sind herbe geil.
The Jim Tablowski Experience hustlen international.
The Jim Tablowski Experience haben Akkordfolgen, die deine Mutter auf die Knie zwingen würden.
The Jim Tablowski Experience fragen sich, was eigentlich mit Vögeln los ist. Das frage ich mich auch.
The Jim Tablowski Experience trumpfen auf mit Sängern, die sehr schöne raue Stimmen haben. Und mit einem coolen Akustik-Bass.
The Jim Tablowski Experience machen eigentlich sehr traurige Musik, zu der man aber gut PARTY MACHEN kann.
The Jim Tablowski Experience treten auf, und alles wird gut.
Über Alien TV kann ich nichts davon sagen, ich muss allerdings anmerken, dass ich sie noch nie live gesehen habe. Wahrscheinlich sind die auch voll cool, sonst wären sie ja nicht auf dieser Platte. Gebe mir aber trotzdem immer nur die Tablowski-Seite, weil sie in mir das Gefühl erzeugt, ein gerader Junge zu sein, der stabil seinen Weg gehen kann. Ich fühle mich verstanden und geil. Super Band. WEITER SO!